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 root GSV  Veranstaltungen  Groß-Seminare   13.11.2015 in Bad Neuenahr-Ahrweiler - Rückblick

Rückblick Groß-Seminar „Einhausungen und Bekleidungen für Wetter- und Umweltschutz“ am 13./14. November 2015“ in Bad Neuenahr Ahrweiler


Am 13. und 14. November 2015 fand in Bad Neuenahr-Ahrweiler das Groß-Seminar „Einhausungen und Bekleidungen für Wetter- und Umweltschutz“ des Güteschutzverbandes Stahlgerüstbau und der Bundesinnung für das Gerüstbauer-Handwerk statt. Die überaus hohe Teilnehmerzahl hat uns sehr gefreut und zeigt, dass die Themenwahl erneut auf sehr großes Interesse gestoßen ist.

In diesem Jahr standen Einhausungen und Bekleidungen für Wetter- und Umweltschutz, ihre normative und rechtliche Einordnung sowie die daraus folgenden Konsequenzen für die Praxis im Fokus. Anlass für die Auswahl dieses Jahresthemas waren zum einen die häufig vorgebrachten Wünsche aus Mitgliedskreisen und – ganz aktuell – neue europäische Regelsetzungen für Einhausungskonstruktionen. Im Jahr 2015 hat das CEN eine neue Norm, DIN EN 16508, die Produktanforderungen und Nachweisverfahren für temporäre Einhausungskonstruktionen regelt, verabschiedet.

Wetterschutzdächer und –einhausungen sowie vertikale Gerüstbekleidungen, z. B. als Abschottung für Korrosionsschutz und Gefahrstoffsanierung, zählen zu den anspruchsvollsten Aufgaben des Gerüstbauhandwerks und erfordern ein hohes Maß an handwerklichem Können und statisch konstruktivem Verständnis. Große Spannweiten der Überdachungen, fehlende Ankermöglichkeiten sowie hohe Wind- und Schneelasten bedingen Beanspruchungen, die nur auf der Grundlage der aktuellen technischen Vorschriftenwerke und der einschlägigen Fachliteratur eingeschätzt und in adäquate technische Lösungen umgesetzt werden können.

Neben den technischen Themen wurden rechtliche und betriebswirtschaftliche Aspekte behandelt, damit Sie nicht nur den Gefahren für Standsicherheit und Festigkeit, sondern auch vertraglichen und wirtschaftlichen Fallstricken gut gerüstet entgegentreten können.


Der erste Seminartag begann mit einem kurzen Einblick in die Historie der Wetterschutzkonstruktionen. Hier wurde der Verlauf von der anfangs ins Leben gerufenen „produktiven Winterbauförderung“, über die Asbestsanierung in den siebziger Jahren, bis hin zum Trend des Dachgeschossausbaues erläutert. Begleitend hierzu konnte man die stetig gewachsenen Anforderungen und die damit einhergehenden Entwicklungen bis zum heutigen Stand der Technik verfolgen.

Anschließend wurde die Verabschiedung der DIN EN 16508 „Einhausungskonstruktionen – Leistungsanforderungen, Entwurf, Konstruktion und Bemessung“ bekannt gegeben. Diese Norm beinhaltet wesentliche Regelungen für das Gerüstbauer-Handwerk bezüglich der Klassifizierung der Schneeund Windlasten für temporäre Konstruktionen und erleichtert die Bemessung und Tragwerksplanung maßgeblich.

Im weiteren Verlauf des Tages wurden themenbezogene Projekte vorgestellt. Hierbei standen die jeweiligen Konzepte hinsichtlich Platz- und Zeitmangel und dem damit verbundenen Montageablauf sowie Problemlösungen bei der technischen Entwicklung von Sonderkonstruktionen im Mittelpunkt. Es wurden Lösungen aufgezeigt, die vom üblichen Systemmaterial der Hersteller abweichen. Diese durchaus beeindruckenden Bauvorhaben wurden von Vorträgen zu meteorologischem Basiswissen und Lastannahmen ergänzt. In diesem Zusammenhang haben auch die am Markt befindlichen Hersteller ihre Entwicklungen und Produktportfolio vorgestellt.

Letztlich wurde von unseren skandinavischen Kollegen anschaulich präsentiert, wie im hohen Norden mit extremen Witterungsbedingungen und den daraus resultierenden Herausforderungen umgegangen werden kann.


Am 2. Tag rückten die vertikalen Gerüstbekleidungen in den Vordergrund. Auch hier erfolgte - wie am Vortag - eine praxisorientierte Darstellung anhand anspruchsvoller Projektabwicklungen. Durch die Ausführung als starre oder membranartige Bekleidung konnten die unterschiedlichsten Anforderungen hinsichtlich des Schallschutzes im öffentlichen Raum, dem Schutz vor Witterungseinflüssen, insbesondere Feuchtigkeit und starkem Wind im maritimen Bereich, oder als Projektfläche zur Gestaltung von künstlerischen Installationen bewältigt werden. Auch an diesem Tag wurde die Vorstellung der Bauvorhaben durch Referate über Lastannahmen, rechtliche Fallstricke und Portfolio von Anbietern solcher Bekleidungen ergänzt.

Die Fachvorträge an beiden Veranstaltungstagen machten wieder einmal deutlich, dass mit den unterschiedlichsten Konzepten, Bauteilen und Materialien beinahe keine Grenzen gesetzt sind, um auch schwierigen Anforderungen und Rahmenbedingungen zu begegnen und den jeweiligen Auftraggeber zufrieden zu stellen. Diese Thematik war, ist und bleibt brandaktuell.


Die umfassenden Teilnehmerunterlagen sind immer wieder ein äußerst beliebtes Nachschlagewerk, welches allen Besuchern am Seminarende zur Verfügung gestellt wurde. Über die tolle Atmosphäre vor Ort mit gut gelaunten und interessierten Menschen haben wir uns sehr gefreut. An dieser Stelle möchten wir uns nochmals bei allen Beteiligten, insbesondere den Referenten und den vielen Teilnehmern, bedanken.

Wir würden uns sehr freuen, wenn das Groß-Seminar auch im nächsten Jahr wieder auf Ihr reges Interesse stößt und wir Sie erneut oder erstmalig als Teilnehmer begrüßen können!

 

Nächster Termin: 4./5. November 2016