Seminare ("Groß-Seminar")
Im Herbst jeden Jahres findet ein Groß-Seminar zu jeweils aktuellen Themen des Gerüstbaus statt. Dabei wird i. d. R. das Thema der Veranstaltung "Talk im Gerüst", die im Rahmen der Bundestagung Gerüstbau gemeinsam mit dem Schwesterverband (Bundesinnung für das Gerüstbauer-Handwerk sowie Bundesverband Gerüstbau) nach Christi-Himmelfahrt durchgeführt wird, aufgegriffen und vertieft.
An dieser Veranstaltung können auch Nichtmitglieder teilnehmen. Wir laden alle Interessenten bereits jetzt herzlich ein!
Groß-Seminare der letzten Jahre (Auszug):
11./12.11.2011 - Lahnstein: "Gitterträger im Gerüstbau"
12./13.11.2010 - Lahnstein: "Zugänge zu Gerüsten: Treppentürme und Aufzüge"
13./14.11.2009 - Lahnstein: "Großplakatwerbung an Gerüsten/Gerüstkonstruktionen für Werbeanlagen sowie Bekleidung von Gerüsten"
14./15.11.2008 - Bad Neuenahr-Ahrweiler: "Hängegerüste von der Planung bis zur Abnahme"
09./10.11.2007 - Niedernhausen: "Wetterschutzkonstruktionen Dach und Wand/Bauaufzüge für Montage und Vermietung" in Kooperation mit einem Wirtschafts- und Rechts-Seminar"
10.11.2006 - Niedernhausen: "Standsicher mit und ohne Verankerung"
21.10.2005 - Niedernhausen: "Die neuen Vorschriften in der Gerüstbaupraxis"
16.03.2002 - Karlsruhe: "Überbrückungen"
19./20.10.2001 - Bremen: "Umweltschutz - Die Chance des Gerüstbaus"
02./03.10.2000 - Bad Münder: "Die neuen Sicherheitsregeln der Bau-BG, Erfordernisse bei Gerüstverankerungen und Anbringen von Werbegroßplakaten"
11.12.1999 - Düsseldorf: "Nachweise für den Einzelfall"
12.11.1998 - Erfurt: "Modul- und Kupplungsgerüste"
02./03.10.1998 - Potsdam: "Bauaufzüge"
03./04.10.1997 - München: "Hängegerüste"
15./16.09.1997 - Bremen: "(Wetter-)Schutzhallen aus Gerüstsystemen einschl. Aussteifungsmöglichkeiten"
Aktuell
Resümee zum Groß-Seminar „Gitterträger im Gerüstbau“ des Güteschutzverbandes Stahlgerüstbau und der Bundesinnung für das Gerüstbauer-Handwerk am 11. und 12. November 2011 in Lahnstein
Am 11. und 12.11.2011 fand in Lahnstein das Groß-Seminar „Gitterträger im Gerüstbau“ bzw. „Gitterträger – Wirtschaftlichkeit, Arbeitssicherheit und Einsatz im Eventbereich“ des Güteschutzverbandes Stahlgerüstbau und der Bundesinnung Gerüstbau statt. Die Anzahl von 317 bzw. 211 Teilnehmern hat uns sehr gefreut und zeigt, dass die Themenwahl auf sehr großes Interesse gestoßen ist.
Der Güteschutzverband Stahlgerüstbau e.V. und die Bundesinnung für das Gerüstbauer-Handwerk haben im Rahmen des diesjährigen Groß-Seminares sowohl die viel¬seitigen Einsatzmöglichkeiten des Gitterträgers als auch die Voraussetzungen und Grenzen seiner Anwendung vermittelt.
Experten stellten die Vielfalt der technischen und wirtschaftlichen Aspekte des Einsatzes von Gitterträgern einschließlich einiger erwägenswerter Alternativen bzw. Möglichkeiten vor, wie sie den Handlungsspielraum ihres Unternehmens und damit den des gesamten Gerüstbauer-Handwerks erweitern können.
Der manuelle Transport und die handwerkliche Montage vorgefertigter Teile an wechselnden Einsatzorten ist ein typisches Wesensmerkmal des Ge¬rüstbaus. Hierzu werden Bauteile mit vergleichsweise geringem Gewicht benötigt, also schlanke aufgelöste Querschnitte, die aber gleichzeitig eine hohe Tragfähigkeit haben. Wie kaum ein anderes Bauteil erfüllt der Gitter¬träger diese Voraussetzun¬gen. Der konstruktive Erfindungsreichtum der Gerüstbauer findet immer wieder neue und ungewöhnliche Einsatzmöglichkeiten für dieses Bauteil. Allerdings erfordert der Umgang mit diesem sehr schlanken und fragilen Tragglied auch ein hohes Maß an technischer Fachkenntnis.
Fragen, wie „Was kann der Gitterträger?“ und „Wo sind seine Grenzen?“ wurden ebenso gründlich behandelt wie Anforderungen an die konstruktive Ausbildung von Gitterträgerkonstruktionen und die Besonderheiten bei der Herstellung dieser Bauteile. Auch die Arbeitsvorbereitung, Planung und Projektsteuerung sowie statische Grundlagen kamen nicht zu kurz. Dabei war die Praxisnähe durch hervorragende Referenten und zahlreiche Praxisbeispiele jederzeit gewährleistet. Ganz gleich, ob „Rumpfbeugeregel“ oder „Kurvenregel“
- nach dem Seminar dürfte jedem Teilnehmer nun klar sein, dass bei Gitterträgerkonstruktionen stets der gedrückte Gurt auszusteifen ist. Ebenso dürfte nun auch Klarheit darüber bestehen, wie Gitterträger fachgerecht gestoßen und wie deren Auflagerungen und Wandanschlüsse hergestellt werden.
Die Beispiele zur universalen Anwendung des Gitterträgers als Biegetragwerk für Überbrückungen, Dachtragewerke, Abfangungen oder als Unterkonstruktion zum Einbau einer Arbeitslage im Raumgerüst oder Hängegerüst wurden sehr eindrucksvoll dargestellt.
Im zweiten Teil des Seminars wurde aber auch der Frage nachgegangen, ob der Gitterträger auch in ökonomischer Hinsicht immer die erste Wahl darstellt und welche logistischen und ökonomischen „Risiken und Nebenwirkungen“ zu beachten sind. Hier standen die Fragen „Wie sind Gitterträger – einschließlich der bei ihrer Verwendung erforderlichen Aussteifungsmaßnahmen und Anschlussmöglichkeiten - kalkulatorisch zu behandeln?“ Welche Alternativen bieten sich möglicherweise an, und welche Randbedingungen sind für sie zu berücksichtigen?“ im Mittelpunkt. Die möglichen Alternativen, wie Doppelriegel, Alu-I-Profile, Walzprofile, geschweißte Fachwerkkonstruktionen, Dreirohrstützen und Raumfachwerke wurden anhand von zahlreichen Praxisbeispielen vorgestellt und bewertet.
Aspekte der Arbeitssicherheit, Gefährdungsbeurteilung wurden ebenso behandelt wie Aufmaß und Abrechnung anhand eines Gerichtsurteiles.
Die einzelnen Themenkomplexe wurden von den Referenten durchgehend und anschaulich anhand von konkreten und sehr interessanten Projekten vermittelt, was, ergänzt durch viele konstruktive Tipps und Anregungen, den praktischen Nutzen für die Teilnehmer sicherge¬stellt hat.
Als Resümee dieser Seminare bleibt festzuhalten, dass die Teilnehmer insgesamt eine Vielzahl an Erkenntnissen hinsichtlich der technischen, sicherheitstechnischen, planerischen, kalkulatorischen und rechtlichen Besonderheiten bei Gitterträgern gewinnen konnten. Zudem sind die umfassenden Teilnehmerunterlagen ein sehr beliebtes Nachschlagewerk, welches allen Teilnehmern am Ende des Seminares zur Verfügung gestellt wurde.
Über die tolle Atmosphäre vor Ort mit gut gelaunten und interessierten Menschen haben wir uns sehr gefreut.
Die Auswertung der Beurteilungsbögen zeigt eine durchweg positive Tendenz. Wir nehmen aber auch jede einzelne Kritik sehr ernst und für eine kontinuierliche Verbesserung der Seminare zum Anlass.
An dieser Stelle möchten wir allen Beteiligten, insbesondere den Referenten und den vielen Teilnehmern Danke sagen.
Wir würden uns sehr freuen, wenn das Groß-Seminar auch im nächsten Jahr wieder auf Ihr Interesse stößt!
Nächstes Groß-Seminar:
9./10.11.2012 in Lahnstein


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